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Versicherte bewerten Pflegebegutachtung positiv

84,4 Prozent der befragten Menschen sind mit der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst Sachsen im Rahmen eines Hausbesuchs und 80,7 Prozent mit der Begutachtung durch ein strukturiertes Telefoninterview zufrieden. Das ist das Ergebnis der Versichertenbefragung, die eine externe wissenschaftliche Stelle im Auftrag des Medizinischen Dienstes bundesweit ausgewertet hat.

Die Fragen an die Versicherten umfassten insgesamt drei große Themenbereiche: 1) Informationen über die Pflegebegutachtung, wie zum Beispiel das Anschreiben im Vorfeld der Begutachtung oder die Erreichbarkeit bei Rückfragen, 2) der persönliche Kontakt, wie eine angemessene Vorstellung und die Termintreue sowie 3) die Gesprächsführung der Gutachterin oder des Gutachters, zu der u. a. auch die Bewertung des Umgangs mit den Versicherten zählt.

Gutachterinnen und Gutachter sind kompetent und einfühlsam
Das umsichtige und respektvolle Vorgehen der Gutachterinnen und Gutachter überzeugte 88,2 Prozent der im Hausbesuch und 90,0 Prozent der durch ein Telefoninterview begutachteten Versicherten. Die meisten Befragten bewerten die Mitarbeitenden des Medizinischen Dienstes Sachsen als vertrauenswürdig und kompetent. Annähernd 80 Prozent der Befragten (79,5 Prozent im Hausbesuch, 76,1 Prozent telefonisch) waren mit der guten Beratung und den nützlichen Hinweisen für eine verbesserte Pflegesituation zufrieden. Die Befragung bestätigt, dass die Abläufe der Pflegebegutachtung aus Sicht der Versicherten gut organisiert sind. Besonders wichtig sind den Versicherten die Kompetenz der Gutachterinnen und Gutachter und genügend Zeit, um auf die individuelle Pflegesituation eingehen zu können.

Hohe Gesamtzufriedenheit
84,4 Prozent der Befragten sind mit der Begutachtung im Hausbesuch zufrieden, 10,6 Prozent sind teilweise zufrieden und 5,0 Prozent unzufrieden. Mit der Begutachtung durch ein Telefoninterview sind 80,7 Prozent der Befragten zufrieden, 11,8 Prozent teilweise zufrieden und 7,5 Prozent unzufrieden. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Gesamtzufriedenheit aller befragten Personen mit der Pflegebegutachtung durch den Medizinischen Dienst Sachsen. Zu den Befragten zählen die Versicherten, die begutachtet werden, An- und Zugehörige, private Pflegepersonen sowie gesetzliche Betreuungspersonen. Dabei ist die Gesamtzufriedenheit bei den Befragten nach einer Begutachtung im Hausbesuch im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um 1,5 Prozent zurückgegangen, im Telefoninterview hat sie um 0,7 Prozent zugenommen, sodass sich die Gesamtzufriedenheitswerte in den beiden Begutachtungsarten angenähert haben.

Wunsch nach mehr Zeit, Beratung, individuelleres Eingehen
Während der Begutachtung informiert und berät der Medizinische Dienst im Rahmen seines gesetzlichen Auftrags über Maßnahmen, um individuelle Pflegesituationen zu verbessern. Dabei werden geeignete Empfehlungen ausgesprochen, Ansprechpersonen benannt und auf weiterführende Beratungsangebote hingewiesen. „Die Ergebnisse der aktuellen Befragung zeigen eine sehr hohe Gesamtzufriedenheit. Die Auswertung zeigt aber auch, welche Ansatzpunkte wir in den Begutachtungsprozessen noch verstärken können, damit die Versicherten weiterhin mit dem Begutachtungsprozess zufrieden bleiben. So sind zum Beispiel für die Ermittlung eines Pflegegrades nicht alle vom Versicherten eingebrachten Dokumente, Angaben oder Unterlagen bedeutsam. Die begutachtete Person hat dann das Gefühl, dass ihre individuelle Pflegesituation von der Gutachterin bzw. dem Gutachter nicht ausreichend gewürdigt wird. Um das zu vermeiden, ist es für uns umso wichtiger, die Versicherten bereits während der Begutachtung auf die Richtlinien und deren verbindliche Vorgaben hinzuweisen. Auch die umfassende Beratung der Versicherten kann aktuell nur im Rahmen des gesetzlichen Auftrages innerhalb der Begutachtung des Medizinischen Dienstes erfolgen“, so Silvia Bergmann, Leiterin des Fachbereichs Pflege Einzelfallbegutachtung beim Medizinischen Dienst Sachsen.

Befragungsumsetzung und Fragebogenrücklauf
Die Beantwortung des Fragebogens erfolgte freiwillig und anonym. Die Befragten senden die ausge-füllten Fragebögen direkt an das BQS Institut für Qualität & Patientensicherheit, das die Antworten erfasst und nach einheitlichen Maßstäben statistisch auswertet. Die so ermittelten Daten bilden die Grundlage für die Ergebnisse. Der Medizinische Dienst Sachsen hat 3.027 anonymisierte Fragebögen an Personen versendet, die 2025 im Hausbesuch begutachtet wurden. 1.267 kamen ausgefüllt zurück. (1.449 versendete Fragebögen zum strukturierten Telefoninterview, 525 kamen ausgefüllt zurück). Beide Rücklaufquoten, 41,9 Prozent für die Hausbesuche und 36,2 Prozent für die Telefoninterviews, gelten als sehr hoch und zeigen auch den besonderen Stellenwert, den die Befragung für die Betroffenen hat. Alle aktuellen Ergebnisse der repräsentativen Versichertenbefragung zur Pflegebegutachtung 2025 finden Sie hier.

Hintergrund
Im Jahr 2025 begutachteten die Gutachterinnen und Gutachter des Medizinischen Dienstes Sachsen mehr als 182.500 Versicherte zur Einstufung in einen der fünf Pflegegrade, davon fast 120.000 im Hausbesuch und ca. 21.000 durch ein strukturiertes Telefoninterview. Die Befragung der Versicherten zu ihren Erfahrungen mit der Pflegebegutachtung erfolgt jährlich: Seit 2014 erhalten zufällig ausgewählte Versicherte, die einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung gestellt haben, einen anonymisierten Fragebogen, mit dem sie die Gutachterinnen und Gutachter sowie den Ablauf der Pflegebegutachtung bewerten können.

Versichertenbefragung 2025​​​​​​​